Klinsmann triumphiert in Köln gegen Weltmeister Deutschland

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Nach dem Spiel freuten sich beide, Jogi Löw und Jürgen Klinsmann. Die beiden Trainer umarmten sich nach dem Abpfiff des Freundschaftspiels. Löw hatte  weniger Grund zur Freude. Seine Elf verlor das Testspiel gegen die Amerikaner nach gutem Beginn noch 1:2 (1:1). Vor über 40.000 Zuschauern im  Kölner Stadion hatte Mario Götze die Führung erzielt (12.), Mikkel Diskerud glich in der 41. Minute aus. Bobby Wood, zuletzt in der 2. Liga von 1860 München an Erzgebirge Aue ausgeliehen, entschied die Partie für die Gäste (87.).

„Mit der ersten Halbzeit war ich sehr zufrieden. Danach sind uns ein wenig die Kräfte ausgegangen“, sagte Löw. Teil eins der allseits wenig beliebten Länderspieltermine weit nach Saisonende ging also daneben, Folge 2 kommt am Samstag im EM-Qualifikationsspiel  gegen Gibraltar.

Beim Duell der befreundeten Trainer begann Joachim Löw im Mittelfeld mit Debütant Patrick Hermann. Lukas Podolski musste in seiner Heimat Köln zunächst auf der Bank Platz nehmen. Aber ein Lokalmatador war dabei: Jonas Hector durfte in der Abwehr das sehr junge Quartett mit Sebastian Rudy, Shkodran Mustafi und Antonio Rüdiger bilden.

Trotz des Fehlens mehrerer Stammspieler startete die DFB-Elf so wie es vor Anpfiff in Großbuchstaben auf einem großen Banner im Mittelkreis gestanden hatte – als „DIE MANNSCHAFT“. Unter diesem Namen, das hatte Teammanager Oliver Bierhoff am Montag verkündet, soll das Team in Zukunft auftreten.

Es war zunächst einer der attraktivsten Testspiel-Auftritte des deutschen Teams seit langem. Die Strapazen der langen Saison waren zunächst kaum spürbar, stattdessen gab es viel Spielfreude und sehenswerte Kombinationen, die das Publikum mehrmals mit Szenenapplaus bedachte. Lediglich Daniel Williams sorgte Mitte der ersten Hälfte für Dissonanzen, als er Ilkay Gündogan im Mittelfeld übel abräumte und dafür Gelb sah.

Große Freude unter den Zuschauern dann schon vor dem Anpfiff zur zweiten Hälfte: Podolski war fortan für Schürrle dabei. Er übernahm die Kapitänsbinde, da Schweinsteiger gegen Sami Khedira ausgewechselt wurde.

Den Spielfluss fand Deutschland aber nicht wieder. Die vielen Spielerwechsel – bis zu sechs auf jeder Seite waren vorab vereinbart worden – trugen auch nicht dazu bei, die Struktur ins deutsche Spiel zurückzubringen.

Die Gäste, die sich auf den Gold Cup im Juli vorbereiten und daher voll im Saft stehen, verdienten sich das Unentschieden nachträglich. Und nicht nur das: Sie bestimmten das Geschehen und hätten durch Gyasi Zardes auch früher in Führung gehen können, aber Rudy blockte seinen Schuss ab (50.). Als Khedira den ersten Ball nach der Pause per Kopf Richtung US-Tor brachte, lief bereits die 67. Minute.

In der Schlussphase klärte Torwart Ron-Robert Zieler erst eine von Michael Bradley gefährlich hereingezogene Ecke mit der Faust (79.), drei Minuten später war er mit dem Fuß bei Bradleys Flachschuss zur Stelle. Doch beim Knaller von Wood war er machtlos. Sekunden vor dem Ende endete die Hoffnung auf ein Unentschieden nach einem Kopfball von Khedira an der Latte.

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